Rheuma: oder ist es ein Nährstoffmangel?

Morgens brauchen die Finger eine halbe Stunde, bis sie mitmachen. Gelenke sind geschwollen und warm, die Schmerzen wandern. Ein Mangel an Omega-3, Vitamin D, Selen, Magnesium oder Eisen kann Entzündungen und Beschwerden begünstigen oder verstärken.

JKFachlich geprüft von Dr. J. Kessler, ErnährungsmedizinAktualisiert: September 2026Lesezeit 7 Minuten
SelbsttestFrage 1 von 12
Welche dieser Beschwerden kennen Sie?Antwort antippen – damit startet der Selbsttest.
Am Ende sehen Sie: welche 2–3 Nährstoffe bei Ihnen am wahrscheinlichsten knapp sind – und welche Laborwerte sich lohnen.3 Minuten · kostenlos · ohne Anmeldung

Kurz erklärt: Was ist Rheuma?

Mit „Rheuma“ ist meist die rheumatoide Arthritis gemeint. Dabei greift das Immunsystem die Innenhaut der Gelenke an. Sie schwillt an, produziert zu viel Gelenkflüssigkeit – das Gelenk wird dick, warm und steif.

Das ist der entscheidende Unterschied zur Arthrose: Arthrose ist Verschleiß, der Knorpel wird dünner. Rheuma ist eine Entzündung von innen. Typisches Zeichen: Bei Rheuma ist es morgens am schlimmsten und wird durch Bewegung besser – bei Arthrose ist es umgekehrt.

Eine chronische Entzündung kann Eisen im Körper festhalten. Es ist dann zwar vorhanden, kommt aber nicht dort an, wo es gebraucht wird. Deshalb kann man bei Rheuma müde und blass sein, obwohl der Eisenwert „normal“ aussieht.

Anzeichen eines Schubs

Ein Rheumaschub kündigt sich häufig so an:

Morgens steife Finger, die erst anlaufen müssen
Geschwollene, warme Gelenke
Schmerzen, die von Gelenk zu Gelenk wandern
Ständig müde und kraftlos, auch in ruhigen Phasen
Kraft beim Greifen und Öffnen lässt nach
Mehrere Punkte treffen zu?12 Fragen zu Ernährung, Medikamenten und Alltag zeigen, welcher Nährstoff am wahrscheinlichsten dahintersteckt.
Selbsttest starten →
Nehmen Sie bei einem Schub zeitnah Kontakt mit Ihrer rheumatologischen Praxis auf. Ändern Sie Ihre Medikamente nicht eigenständig.

Mögliche Auslöser

Schübe können durch verschiedene Faktoren begünstigt werden:

InfekteErkältungen und andere Infektionen aktivieren das Immunsystem.
StressPsychische und körperliche Belastung können Schübe auslösen.
TherapiepausenDas Absetzen oder unregelmäßige Einnehmen von Medikamenten.

Diese Nährstofflücken stecken oft dahinter

Diese Bausteine braucht der Körper bei Rheuma:

Omega-3 (EPA/DHA)

Der Körper baut daraus die Botenstoffe, die eine Entzündung beenden.

Omega-3 (EPA/DHA) bei sich prüfen →
Vitamin D

Wichtig für Immunsystem, Knochen und Muskelkraft – bei Rheuma doppelt relevant, da Kortison zusätzlich an den Knochen zieht.

Vitamin D bei sich prüfen →
Selen & Magnesium

Selen schützt Zellen vor oxidativem Stress, Magnesium entspannt die Muskulatur rund um schmerzende Gelenke.

Selen & Magnesium bei sich prüfen →
Eisen (Ferritin)

Ohne verfügbares Eisen fehlt Sauerstoff in den Zellen – oft die Ursache der starken Erschöpfung bei Rheuma.

Eisen (Ferritin) bei sich prüfen →

Was tun im Schub?

1RheumatologeFrühe Anpassung der Therapie verhindert Gelenkschäden.
2Kälte & SchonungKühlen Sie entzündete Gelenke und reduzieren Sie die Belastung vorübergehend.
3ErnährungWeniger Fleisch und Wurst (Arachidonsäure), mehr Fisch, Gemüse und pflanzliche Öle.
Was steckt bei Ihnen dahinter?Lesen allein beantwortet das nicht. Zwölf Fragen zu Ihren Beschwerden, Ihrer Ernährung und Ihren Medikamenten reichen, um die wahrscheinlichste Ursache einzugrenzen.Meine wahrscheinlichste Ursache finden3 Minuten · kostenlos · Ergebnis sofort
So sieht Ihr Ergebnis aus
Omega-3 (EPA/DHA)
wahrscheinlich
Vitamin D
möglich
Selen & Magnesium
eher nicht
Plus: welche Antworten dafür sprechen und welche Laborwerte Klarheit bringen.

Praktische Tipps für den Alltag

Führen Sie ein Schubtagebuch, um Auslöser zu erkennen.
Lassen Sie sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen.
Bleiben Sie zwischen den Schüben regelmäßig aktiv.
Verzichten Sie auf das Rauchen – es verschlechtert Rheuma.

Häufige Fragen

Quellen
  1. Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr
  3. Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Scientific Opinions on Health Claims

Hinweis: Vitavo bewertet Ihre Nährstoffzufuhr aus der Ernährung und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.